Ein Jahr voller Grenzüberschreitungen – Donald Trumps zweite Amtszeit: Erst ein Jahr ist es her, dass Donald Trump wieder Präsident in den USA und damit mächtigster Mann der Welt wurde. Venezuela, Grönland, die Ukraine, der Iran sind ihm internationale Spielwiese; Grenzüberschreitungen in Politik und Justiz, in Kultur, Bildung und Medien sind Alltag in den USA. So werden Elite-Universitäten finanziell unter Druck gesetzt, Medien mit Slapp-Klagen bedroht, Institutionen wie das John F. Kennedy-Center in Washington in Trump- Kennedy-Center umbenannt – der Name soll wohl Programm sein. Die Washington Opera will nun aus dem Haus ausziehen. Die Sorge, dass die USA sich in eine Autokratie verwandeln, wächst. Amerikanische Intellektuelle haben sich längst gegen den selbsternannten König Trump in Stellung gebracht, auch Hollywood-Stars und Kulturschaffende gehören zu den lautesten Gegenstimmen. Im "kulturMontag" meldet sich die amerikanische Schriftstellerin Siri Hustvedt über den Widerstand gegen Trump zu Wort. Und die gefragte deutsch-amerikanische Transatlantik-Expertin Cathryn Clüver-Ashbrook analysiert das System Trump und was Europa aus diesem Jahr lernen sollte. Denn, wie sie in ihrem Buch "Der amerikanische Weckruf" schreibt: "Was viele als Chaos oder Einzelfälle abtaten, war in Wahrheit Teil einer langfristigen Strategie – und genau das haben wir übersehen." Lebensbilanz eines Literaturgiganten – Das letzte Buch von Julian Barnes: "Man sollte immer nur Bücher lesen, die sich gut auf dem Nachttisch machen, falls man plötzlich und unerwartet stirbt" – ein Ratschlag des britischen Romanciers Julian Barnes, wie er leibt und lebt: britischer Humor gepaart mit höchstpersönlicher, feiner Ironie und philosophischem Unterton. Bücher von Barnes selbst wären sicherlich passend für jeden Nachttisch, in jeder Lebensphase: Romane wie "Flauberts Papagei", "Eine Geschichte der Welt in zehneinhalb Kapiteln" oder "Vom Ende einer Geschichte" machten ihn zum Bestsellerautor und Booker-Prize-Träger. Mit seinem neuen Roman, der just an seinem 80. Geburtstag international erscheint, feiert Barnes zugleich auch Abschied. Denn es soll sein letztes Werk sein. "Abschied(e)" ist auch der Titel dieser Mischung aus Fiktion, Essay und Autobiografie. Barnes lässt darin einen gefeierten Schriftsteller nach einer möglicherweise todverheißenden Krebsdiagnose auf sein Leben zurückblicken. Katja Gasser hat den Literaten in seinem Haus in London zum Exklusiv-Interview getroffen – im Gespräch zieht er eine literarische wie persönliche Bilanz. Denn er ist überzeugt, "dass Literatur die beste Form ist, über das Leben nachzudenken, im Sinne von: Wie leben wir, wie lieben wir, wie leiden wir, wie sterben wir." Viel Licht und a wengerl Tod – Naked Lunch wieder auf Tour: Zwölf Jahre mussten die Fans auf ein neues Album der Indiepop- Institution Naked Lunch warten: Eben hat die Kärntner Band um Oliver Welter "Lights (And a Slight Taste of Death)" herausgebracht – jetzt geht sie damit auf Tour. Dass Welter die Formation wieder zum Leben erwecken würde, war für ihn alles andere als klar, vor allem seit auch Mitstreiter Herwig Zamernik die Gruppe 2019 endgültig verlassen hatte. Mit neuer Besetzung und neuem Sound besingt die Band nun wieder die großen Themen, die typisch sind für Naked Lunch: Liebe und Leidenschaft in allen Lebenslagen – auf dem aktuellen Album mit einer besonderen Portion Euphorie und Todesnähe. "Es ist dieses ewige Hin und Her zwischen dem Licht, um es mal ganz theatral und bombastisch zu formulieren, und der ewigen Dunkelheit", so Welter im Interview. Denn der Bandleader behandelt darin auch persönliche psychische und gesundheitliche Krisen, die er in den vergangenen Jahren durchmachen musste. Der "kulturMontag" bringt ein Porträt.