Gast DAS! Rote Sofa: Linda von Keyserlingk-Rehbein, Historikerin Das gescheiterte Attentat Claus Schenk Graf von Stauffenbergs auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 zählt zu den Schlüsselereignissen der deutschen Geschichte und gilt bis heute als Symbol des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Das NS-Regime legte in der Folge fest, dass öffentlich nur von einigen wenigen Verschwörern die Rede sein sollte. Dass diese Behauptung falsch ist, hat die Historikerin Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein in ihrem Buch "Nur eine \"ganz kleine Clique\"? Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944" belegt. Darin zeigt sie auf, wie groß und vielschichtig das Netzwerk hinter dem Umsturzversuch war: Ihm gehörten Männer und Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen an, darunter Offiziere, Verwaltungsbeamte, Diplomaten, Juristen, Industrielle, Theologen, Gutsbesitzer und Gewerkschafter. Dr. Linda von Keyserlingk-Rehbein ist seit vielen Jahren im Ausstellungswesen tätig und publiziert unter anderem zu den Themen Widerstand gegen Diktaturen und historische Netzwerkforschung. Sie ist Dozentin an der Universität Passau und Geschäftsführerin des Labors für Demokratiebildung am dortigen Lehrstuhl für das politische System der Bundesrepublik Deutschland und Politische Bildung.